Skitour im Schwarzwald auf den Belchen (1414m), 9. Februar 2003 (Karte/GPS)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Herbert Klier (Leitung), Claudia Aichholz, René Beerli, Claudia Betschart (Bericht, Fotos), Ursula Bindert, Susanne Neuenschwander, Vreny Schepperle, Peter Schepperle, Rebecca Scherrer.


Wolken
 
Aussicht
 

Eigentlich war ein Skitouren-Wochenende im Diemtigtal auf dem Programm. Starke Schneefälle in der vorherigen Woche liessen jedoch die Lawinengefahr so stark ansteigen, dass selbst Verkehrswege in den Alpen gesperrt wurden und auch für uns nicht einmal die Anreise mehr sicher genug schien. Als Alternative lud uns Herbert zu einer Skitour in der Region ein, auf den Schwarzwald Belchen. Solche Schneeverhältnisse in solcher Nähe gibt es nicht jeden Winter!
Bei noch etwas bedecktem Wetter, fuhren wir von Basel weg. Im Wiesental war der Treffpunkt. Von da fuhren wir im Konvoi, am Schluss auf schneebedeckten Fahrsträsschen zu den Belchenhöfen, am Südfuss des Belchen. Die letzten Nebelschwaden hatten sich auf dieser Höhe schon verzogen und so zogen wir bei schönstem Sonnenschein los.
Nach etwa 40 minütigem Aufstieg durften wir bereits die erste Pulverschnee-Abfahrt geniessen. In kaum der halben Aufstiegszeit erreichten wir schon wieder die Mulde in der Nähe der Belchenhöfe. Diese kurze Abfahrt brachte uns so recht auf den Geschmack und so zogen wir gleich wieder die Felle auf und stiegen nun zuerst nach Osten haltend über offene Hänge und danach gegen Norden, am Schluss durch den märchenhaft verschneiten Wald Richtung Belchen.

 
 
am Belchen
 

Panorama beim Hohfelsen (328KB)

Spur
 
 
Maerchen-Winterwald     verschneite Tannen     Rugelispuren
             
 
   

Aufstieg

     
fast ein Zao-snowmonster
 
Belchen Gipfel
 
 
Nebel und Wolken um den Gipfel (zweite Runde)
 
Abfahrt im aufsteigenden Nebel
 
 

Man fühlte sich weit ab von allem Trubel in dieser Winterlandschaft. Um so abrupter dann der Wechsel beim Verlassen des Waldes - Spaziergänger, Schlittler, Kinder, Hunde,... alle tummelten sich rund um die Bergstation der Gondelbahn und das Restaurant Belchenhaus. Wir waren uns rasch einig, das Restaurant rechts liegen zu lassen und gleich zum Gipfel weiter zu wandern. Das Gipfelkreuz war von windgepresstem Schnee dick weiss eingepackt, genau so wie einige kleine Tännchen in der Nähe. Diese erinnerten mich stark an die "snow monsters" im Japanischen Skiort Zao, wo ein lokaler Wind und die Feuchtigkeit vom Japanischen Meer jedes Jahr eine ganze Armee solcher Monsters produzieren.
Inzwischen war es schon recht warm geworden. Herbert entschied deshalb rasch abzufahren, bevor der Schnee zu schwer werden würde. Über den Westrücken und danach nach Süden fuhren wir die frischen Tiefschneehänge wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Nun war aber wirklich Zeit fürs Picknick gekommen. Wir genossen die Sonne und die Wärme und was wir alles in den Rucksäcken dabei hatten. Nach und nach zog der Nebel wieder aus den tieferen Lagen in die Höhe. Ein Wetterwechsel kündigte sich an. Das war sicher mit ein Grund, dass sich Vreny, Peter und René bereits verabschiedeten, um schon nach Basel zurück zu fahren. Wir anderen hatten noch nicht genug und machten uns deshalb auf eine zweite Runde. Zur Abwechslung wählten wir diesmal die Diretissima. Spitzkehre an Spitzkehre reihend, stiegen wir in praktisch direkter Linie durch ein Couloir nochmals zum Belchen hoch. Diesmal lockte uns doch das Belchenhaus. Wir setzten uns also in die Wirtschaft zu Suppe, Bier, Kaffee, Kuchen. Zu unserer Überraschung tratten bald noch drei Clubmitglieder ein: Vreni, Bert und René H. hatten über eine anderer Route das selbe Ziel erreicht.
Nach dieser Stärkung "bezwangen" wir zum zweitenmal den flachen Gipfel. Die Sicht war schon recht beschränkt, die Täler lagen nun alle unter der Nebeldecke und wir machten uns rasch auf die Abfahrt. Durch den inzwischen schweren, weichen Schnee folgten wir den Spuren der ersten Runde. Im unteren Teil steckten wir bereits im dicken Nebel und waren froh, dass Herbert diese Gegend so gut kennt. Ohne Probleme führte er uns direkt zu den Autos zurück.

Die Tour in der Region hat Spass gemacht. In den Genuss einer Skitour mit so kurzer Anreise kommt man selten. Vielen Dank an Herbert für diese Ersatztour!

 
 
verschneites Belchenhaus
 
 
 
Schepperles beim Gipfelkreuz
 
Herbert gibt das Tempo an!
 
Links:   Belchen
    Belchen Webcam
    Snowmonsters von Zao (Yamagata-ken, Japan):  pdf-Prospekt (fast 10MB), Video

Copyright for all pictures: Claudia Betschart
Last revised: April 26, 2003